Keine Lust auf Discord? Oder du möchtest auch Video-Streaming in Teamspeak?
Dann ist ein selbst gehosteter TeamSpeak-Server wieder richtig interessant: Mit Docker setzt du einen Teamspeak 6 Server in wenigen Minuten auf. Gerade für Discord-Umsteiger ist TS6 spannend, weil der TS6-Client Screen-Sharing/Streaming per Peer-to-Peer unterstützt (der Stream läuft also nicht zwingend über deinen Server).
In dieser Anleitung bekommst du ein praxistaugliches Docker-Compose-Setup und weitere Infos für die Installation.
Voraussetzungen
Du kannst das Setup problemlos auf einem Heimserver laufen lassen, wenn du zwei Dinge sicherstellst: eine fixe IPv4-Adresse (oder zumindest eine stabile Erreichbarkeit) und die Möglichkeit, die benötigten Ports im Router/Firewall zu öffnen (Portweiterleitung).
Alternativ nutzt du einen günstigen Server/VPS bei einem Anbieter deiner Wahl. Hier geht es ab 1€/Monat los. Das ist oft sogar einfacher, weil öffentliche IPv4, Firewall-Regeln und Uptime dort meist sauberer gelöst sind.
Die Leistung des Servers ist nicht wirklich entscheidend. Es sollte auch ein halbwegs aktueller Raspberry Pi dafür ausreichen.
Die Voraussetzungen in der Übersicht:
- Server:
- Öffentliche IPv4-Adresse
- Idealerweise ein aktuelles Linux Betriebssystem
- SSH-Zugriff
- Docker und Docker Compose installiert (Anleitung)
- Grundkenntnisse: Linux-Befehle, Docker-Grundlagen von Vorteil!
- Optional: Domain
Teamspeak 6 Server per Docker Compose installieren – Schritt für Schritt
Im Kern besteht die Installation aus fünf Schritten: Ports freigeben, Ordner anlegen, docker-compose.yml speichern, starten, Admin-Key aus Logs übernehmen.
1. Ports freigeben
Du hostest auf deinem Server daheim? Dann gehe in deinen Router und öffne für deinen Server folgende Ports:
- UDP 9987 für Voice
- TCP 30033 für den File Transfer
- Optional: TCP 10080 für Web Query (Nur wenn benötigt. Wenn du nicht weißt was das ist, dann skippe diesen Port.).
2. Ordner anlegen
mkdir ~/teamspeak6-server
cd ~/teamspeak6-server
3. Docker Compose Datei
Erstelle im Ordner eine Datei docker-compose.yml und kopiere Folgendes hinein. Speichern danach nicht vergessen.
services:
teamspeak:
image: teamspeaksystems/teamspeak6-server:latest
container_name: teamspeak6-server
restart: unless-stopped
ports:
- "9987:9987/udp" # Voice
- "30033:30033/tcp" # File Transfer
# - "10080:10080/tcp" # Web Query: optional, falls benötigt
environment:
- TSSERVER_LICENSE_ACCEPTED=accept
volumes:
- teamspeak6-data:/var/tsserver
volumes:
teamspeak6-data:
name: teamspeak6-data
Bei Bedarf findest du weitere Infos auch auf Github im offiziellen Teamspeak Bereich.
4. Container starten
Nun kannst den Server schon starten.
docker compose up -d
5. ServerAdmin Privilege Key auslesen
Beim ersten Start erzeugt TS6 einen ServerAdmin Privilege Key, den du aus den Container-Logs holst.
Nutze dafür z. B.:
docker compose logs -f
oder
docker logs -f teamspeak6-server
Notiere dir den Key direkt, damit du beim ersten Login auf deinem Teamspeak Server Admin-Rechte vergeben kannst.
Überprüfung & Betrieb
Container-Status prüfen
docker compose ps
Der Service (`teamspeak6-server`) sollte im Zustand `running` sein.
Sicherheit & Updates
Neben deinem Linux-Server, solltest du auch immer wieder den Teamspeak 6 Server aktualisieren:
docker compose pulldocker compose up -d
Behalte im Hinterkopf, dass TS6 Beta ist und neue Versionen Features ändern oder instabil sein können
Persistenz & Backup
Deine Daten liegen im Named Volume „teamspeak6-data“.
Wenn dir die Daten auf dem Server und die Konfig egal sind, dann kannst du dir das sparen. Wenn nicht, dann ist es zu empfehlen das Volume regelmäßig zu sichern (z. B. innerhalb deines bestehendem Backup-Konzept).
Fazit
Mit einem eigenen TS6-Setup behältst du die Kontrolle über Voice, Erreichbarkeit und Updates – ohne dich an Discord-Accounts, Serverregeln oder Plattform-Policies binden zu müssen. Gleichzeitig ist TeamSpeak 6 für Umsteiger interessant, weil Screen-Sharing/Streaming im TS6-Client per Peer-to-Peer möglich ist, der Stream also nicht zwingend über deinen Server laufen muss.
Wenn du die Voraussetzungen erfüllst (fixe IPv4 bzw. stabile Erreichbarkeit und offene Ports), kannst du dafür ganz entspannt einen Heimserver oder sogar einen Raspberry Pi nutzen; alternativ funktioniert ein günstiger VPS genauso gut.
Kopiere jetzt die „docker-compose.yml“, starte den Container und poste in die Kommentare!
Weitere Anleitungen von mir findest du hier.