Wer seine Herzfrequenz beim Training aufzeichnen möchte, nutzt dafür häufig eine Smartwatch. Doch die Messung am Handgelenk liefert nicht immer ausreichend genaue Werte, und nicht jeder möchte die Uhr bei jedem Workout tragen. Der Klassiker für ambitionierte Sportler ist der Brustgurt – den empfinden allerdings viele als unbequem.
Eine Alternative sind Herzfrequenz-Sensoren am Arm. Genau hier setzt der iGPSPORT HR80* an: Der kompakte Sensor erfasst die Herzfrequenz einmal pro Sekunde und überträgt die Daten per Bluetooth und ANT+ an Fahrradcomputer, Smartwatches oder Apps. Für rund 70 Euro (UVP) verspricht er eine unkomplizierte Messung ohne Brustgurt und ohne Smartwatch am Handgelenk.
Der HR80 wurde für diesen Test über einen Zeitraum von sechs Wochen bei verschiedenen Trainings genutzt. Im Fokus standen dabei Laufen und Radfahren – und die Fragen, wie zuverlässig der Sensor arbeitet, wie angenehm er sich im Alltag tragen lässt und ob er eine echte Alternative zu den etablierten Lösungen ist.
Design, Verarbeitung und Tragekomfort
Der iGPSPORT HR80* setzt auf ein schlichtes, funktionales Design. Das Armband besteht aus einer Mischung aus Polyester, Nylon und Spandex, das Gehäuse des Sensors aus Kunststoff. Unter einer seitlichen Gummiabdeckung verbirgt sich der USB-C-Ladeanschluss – ein Detail, das im Alltag angenehm ist, weil kein proprietäres Ladekabel benötigt wird.
Gegenüber dem Vorgänger HR70 ist der HR80 etwas kleiner und leichter. Das macht sich beim Tragen positiv bemerkbar: Der Tragekomfort überrascht im Test positiv. Nach kurzer Eingewöhnung wird der Sensor während des Trainings schlicht nicht mehr wahrgenommen. Das flexible Armband arbeitet hier gut mit dem leichten, kompakten Sensor zusammen.
Im Test wurde der HR80 am Oberarm getragen. Wer besonders kräftig trainierte Oberarme hat, dem könnte das Band allerdings etwas eng werden. Für diesen Fall ist der Unterarm als zweite Tragevariante vorgesehen. Für die meisten Anwender dürfte die Befestigung damit flexibel genug sein.
Einrichtung, App und Konnektivität
Nach dem initialen Aufladen per USB-C ist der Armstrap direkt einsatzbereit. Eine App ist optional – für die reine Herzfrequenz-Messung wird sie nicht benötigt.
Praktisch gelöst ist die Ein- und Ausschaltautomatik: Der Strap aktiviert sich beim Anlegen selbst und schaltet sich nach dem Training wieder ab. Das geschieht jeweils innerhalb weniger Sekunden und funktionierte im Test problemlos. Einen Schalter, den man vor der Einheit vergessen könnte, gibt es nicht.

Wer die iGPSPORT-App nutzt, findet das Gerät ohne Umwege. Die App zeigt Akkustand und aktuelle Herzfrequenz an, zudem lassen sich darüber Firmware-Updates durchführen. Für ein Produkt dieser Klasse ist das ein sinnvoller Funktionsumfang – nicht mehr, aber auch nicht weniger als nötig.
Die Kopplung mit Fahrradcomputern und Smartwatches hat im Test direkt und ohne Probleme funktioniert. Durch die doppelte Übertragung per Bluetooth und ANT+ ist der HR80 breit kompatibel: ANT+ spielt seine Stärken vor allem bei Fahrradcomputern aus, Bluetooth bei Smartwatches und Apps.
Herzfrequenz-Messung im Praxistest
Der Kern des Tests war die eigentliche Messung – und hier macht der HR80 seine Sache gut. Über den gesamten sechswöchigen Testzeitraum hat die Aufzeichnung in allen Trainingseinheiten problemlos funktioniert. Beim Laufen ebenso wie auf dem Rad lieferte der Sensor durchgehend plausible Aufzeichnungen ohne erkennbare Probleme. Während des Trainings ist an das Gerät schlicht nicht zu denken. Genau so sollte ein Herzfrequenz-Sensor arbeiten.

Eine Einschränkung muss an dieser Stelle transparent gemacht werden: Ein direkter Genauigkeitsvergleich gegen einen Brustgurt oder ein medizinisches Referenzgerät wurde in diesem Test nicht durchgeführt. Zur absoluten Messgenauigkeit lässt sich daher keine eigene Aussage aus dem Test ableiten. Im Vergleich zur einer Smartwatch, sollte die Messung aufgrund des besseren Sitz aber genauer arbeiten können.

Wichtig für die Einordnung ist außerdem: Der HR80 ist für alle Sportarten außer Wassersport geeignet. Wer einen Sensor für das Schwimmen sucht, ist hier falsch. Die Schutzklasse IP67 fällt dabei anders aus als die IPX7-Zertifizierung des Vorgängers HR70 – da der Sensor ohnehin nicht für den Einsatz im Wasser gedacht ist, dürfte das für die Zielgruppe kaum relevant sein.
Akkulaufzeit im Test
Auf Basis mehrerer Trainingssessions lag der Akkuverbrauch im Test bei etwa 1 Prozent pro Stunde. In der Praxis bedeutet das: Die meisten Sportler dürften den HR80 nicht häufiger als einmal im Monat laden müssen. Gegenüber dem HR70 ist die kontinuierliche Aufzeichnungsdauer laut Vergleich um 50 Prozent gestiegen.
Für ein Produkt dieser Art ist das ein guter Kompromiss. Ein größerer Akku würde die Bauweise vergrößern und schwerer machen – und damit genau die Eigenschaft schwächen, die den HR80 im Alltag so angenehm macht: das unauffällige Tragegefühl. Das Laden per USB-C rundet das Paket ab, denn ein Standardkabel liegt praktisch immer griffbereit.
Vergleich zum Vorgänger iGPSPORT HR70
Wer bereits den HR70 besitzt oder zwischen beiden Modellen schwankt, sollte sich die Unterschiede genauer ansehen:
Die relevanteste Neuerung im Alltag ist der USB-C-Anschluss – ein proprietäres Kabel weniger in der Schublade. Die anderen Änderungen sind solide Weiterentwicklungen, aber kein zwingender Grund für HR70-Besitzer, zu wechseln.
Fazit: Bequeme Alternative zum Brustgurt
Der iGPSPORT HR80* hat im Test gezeigt, dass er genau das liefert, was er verspricht: eine zuverlässige Herzfrequenz-Aufzeichnung mit hohem Tragekomfort. Die Messung funktionierte über sechs Wochen hinweg in jeder Trainingseinheit, die Ein-/Ausschaltautomatik nimmt jegliche Bedienhürde, und die breite Konnektivität per Bluetooth und ANT+ macht ihn flexibel einsetzbar.
Schwächen gibt es nur wenige. Die fehlende Eignung für Wassersport schränkt die Zielgruppe ein, und das Band kann bei sehr kräftigen Oberarmen knapp werden. Beides dürfte für die meisten Anwender jedoch kaum ins Gewicht fallen.
Eine klare Kaufempfehlung gibt es damit für alle, die ihre Herzfrequenz komfortabel messen möchten und mit der Smartwatch-Messung nicht zufrieden sind – aber keinen Brustgurt tragen wollen. Für rund 70 Euro (UVP) ist das Preis-Leistungs-Verhältnis fair: Alternativen wie der Coros Herzfrequenz-Monitor sind deutlich teurer und auf dem Papier technisch nicht besser. Wer keinen Einsatz im Wasser plant, findet mit dem iGPSPORT HR80 ein rundum gelungenes Produkt.
Häufige Fragen zum iGPSPORT HR80
Ist der iGPSPORT HR80 wasserdicht?
Nein – zumindest nicht für den Sporteinsatz im Wasser. Der HR80 besitzt die Schutzklasse IP67, ist von iGPSPORT aber nicht für Wassersportarten vorgesehen. Für Laufen, Radfahren und andere Sportarten an Land ist er geeignet.
Mit welchen Geräten ist der iGPSPORT HR80 kompatibel?
Der Sensor überträgt per Bluetooth und ANT+ und funktioniert damit mit Fahrradcomputern, Smartwatches und entsprechenden Apps. Im Test hat die Kopplung mit den verwendeten Geräten direkt und problemlos geklappt.
Wo wird der HR80 am Arm getragen?
Am Oberarm oder am Unterarm – beide Positionen sind vorgesehen. Sollte das Band am Oberarm zu eng sitzen, bietet der Unterarm eine Alternative.
Wie lange hält der Akku des iGPSPORT HR80?
Im Test lag der Verbrauch bei etwa 1 bis 2 Prozent pro Stunde. Für die meisten Nutzer dürfte eine Ladung pro Monat ausreichen. Geladen wird bequem per USB-C.
Brauche ich für den HR80 eine App?
Nein. Die Herzfrequenz-Messung funktioniert ohne App. Die iGPSPORT-App ist optional und bietet Akkustand, Live-Herzfrequenz und Firmware-Updates.
Ist ein Arm-Sensor so genau wie ein Brustgurt?
Das konnte in diesem Test nicht überprüft werden, da kein direkter Vergleich gegen einen Brustgurt stattfand. Im Praxiseinsatz lieferte der HR80 durchgehend plausible Aufzeichnungen ohne erkennbare Probleme.







