Mit dem BSC500 erweitert iGPSPORT sein Portfolio um einen modernen Fahrradcomputer mit Touchscreen, Navigation und zahlreichen Trainingsfunktionen. Auf den ersten Blick erinnert das Gerät an den größeren BiNavi, positioniert sich preislich jedoch deutlich darunter. Trotzdem verspricht iGPSPORT nahezu alles, was ambitionierte Rennradfahrer, Gravel-Biker und Tourenfahrer im Alltag benötigen.
Im Rahmen dieses Tests wurde der iGPSPORT BSC500* über einen Zeitraum von zwei Wochen genutzt und auf drei Ausfahrten getestet. Dabei standen insbesondere die Navigation, die Sensoranbindung, die Akkulaufzeit und die Bedienung im Fokus.
Kann der BSC500 überzeugen und ist er möglicherweise aktuell der interessanteste Fahrradcomputer im iGPSPORT-Portfolio? Das klärt dieser Test.
Lieferumfang
Der Lieferumfang fällt funktional aus. Neben dem Fahrradcomputer selbst befinden sich lediglich eine Standard-Lenkerhalterung sowie eine Kurzanleitung in der Verpackung.

Zusätzliches Zubehör wie Sensoren, Schutzfolien oder alternative Halterungen gehören nicht zum Lieferumfang. Für den Einstieg ist jedoch alles Notwendige vorhanden, um direkt die erste Fahrt zu starten. Zu empfehlen ist fast immer eine Halterung wie diese* für ergonomischere Nutzung und Stabilität.
Design, Verarbeitung und Hardware
Bereits beim Auspacken hinterlässt der iGPSPORT BSC500* einen hochwertigen Eindruck. Die Verarbeitung ist auf einem sehr guten Niveau und gibt keinerlei Anlass zur Kritik. Das Gehäuse wirkt robust, die Spaltmaße sind sauber verarbeitet und auch die USB-C-Abdeckung sitzt ordentlich, ohne hakelig zu wirken.
Im Test wurden keinerlei Verarbeitungsmängel festgestellt.
Mit einem von mir nachgewogenen Gewicht von 107 Gramm gehört der BSC500 nicht zu den leichtesten Fahrradcomputern auf dem Markt, bewegt sich aber absolut im üblichen Rahmen seiner Geräteklasse.

Interessant ist das Bedienkonzept. Während einige andere iGPSPORT-Modelle auf sechs Hardwaretasten setzen, besitzt der BSC500 lediglich drei Tasten und verlässt sich deutlich stärker auf seinen Touchscreen. Das sorgt für eine moderne Bedienung und reduziert die Komplexität des Geräts.
Ob man diesen Ansatz bevorzugt, hängt letztlich vom persönlichen Geschmack ab. Wer häufig mit dicken Winterhandschuhen unterwegs ist, profitiert grundsätzlich von mehr Hardwaretasten. Für die meisten Nutzer dürfte die Kombination aus Touchscreen und drei Tasten jedoch eine problemlose Lösung darstellen.

Auch die allgemeine Performance des Systems überzeugt. Menüs reagieren schnell, Karten werden flüssig dargestellt und während des gesamten Testzeitraums traten keinerlei Verzögerungen oder Abstürze auf.
Display im Praxistest
Ein großes Highlight des iGPSPORT BSC500* ist das 3,3 Zoll große Display.
Besonders positiv fällt die hohe Helligkeit auf. Im direkten Vergleich wirkt das Display sichtbar heller als beim BiNavi und auch heller als beim BSC300.
Technisch setzt der BSC500 auf ein transmissives Display, während das BiNavi ein transflectives Display nutzt. Dadurch kann das BiNavi trotz der geringeren Helligkeit bei direkter Sonneneinstrahlung ebenfalls sehr gut abgelesen werden. In der Praxis sind beide Fahrradcomputer problemlos nutzbar, der BSC500 besitzt jedoch insgesamt das etwas bessere Display und wirkt sichtbar heller.
Während der Testfahrten blieb die Ablesbarkeit jederzeit sehr gut. Selbst bei direkter Sonneneinstrahlung konnten Karten, Navigationshinweise und Trainingsdaten problemlos erkannt werden.
Auch die Touchbedienung funktionierte zuverlässig. Menüs ließen sich schnell bedienen und Eingaben wurden präzise erkannt. Einen Praxistest bei starkem Regen oder mit dicken Winterhandschuhen gab es allerdings nicht. Hier gilt wie bei nahezu allen Fahrradcomputern mit Touchscreen: Hardwaretasten bleiben unter schwierigen Bedingungen meist die komfortablere Lösung.
Einrichtung und Konfiguration
Die Einrichtung erfolgt über die iGPSPORT-App und verlief im Test vollkommen problemlos.

Wer bereits einen Fahrradcomputer von iGPSPORT genutzt hat, findet sich sofort zurecht. Die grundlegende Konfiguration ähnelt den anderen aktuellen Modellen des Herstellers.
Auch die Sensoranbindung funktionierte zuverlässig. Während des Tests wurden verschiedene Sensoren verbunden:
- Herzfrequenzsensor über eine Smartwatch
- Trittfrequenzsensor
- Powermeter zur Leistungsmessung
- Shimano Di2 Schaltung
Sämtliche Sensoren wurden problemlos erkannt und arbeiteten während des Testzeitraums stabil.
Positiv hervorzuheben ist außerdem die aktive Softwarepflege. Während der zweiwöchigen Testphase erhielt der BSC500 gleich zwei Firmware-Updates. Zum Abschluss des Tests war die Version 1.05.003 installiert.

Besonders erfreulich: Ein zu Beginn des Tests festgestellter Softwarefehler wurde durch eines der Updates behoben. Das zeigt, dass iGPSPORT aktuell aktiv an der Weiterentwicklung des Geräts arbeitet.
Navigation und Kartenmaterial
Die Navigation gehört zu den wichtigsten Funktionen eines modernen Fahrradcomputers – und genau hier macht der iGPSPORT BSC500* einen sehr guten Eindruck.
Routen können bequem über die iGPSPORT-App synchronisiert werden. Im Test wurden sowohl GPX-Dateien importiert als auch Routen über Komoot übertragen. Die Einrichtung funktioniert dabei genauso unkompliziert wie bei anderen aktuellen iGPSPORT-Geräten.
Wer Unterstützung beim Import von Routen benötigt, findet hierzu bereits eine ausführliche Anleitung. Dort wird Schritt für Schritt erklärt, wie GPX-Dateien oder Komoot-Routen auf einen iGPSPORT-Fahrradcomputer übertragen werden.
Besonders erfreulich: Weltweite Karten sind bereits verfügbar. Während des Testzeitraums konnte zudem ein Kartenupdate durchgeführt werden. Aktualisiert werden dabei einzelne Regionen, beispielsweise ganz Deutschland.

Auch die Navigation selbst funktionierte zuverlässig. Abbiegehinweise wurden rechtzeitig angezeigt und die Kartenansicht blieb jederzeit übersichtlich.
Besonders wichtig ist für einige die Neuberechnung von Routen. Verlässt man die geplante Strecke, wird innerhalb weniger Sekunden eine alternative Route berechnet und angezeigt. Genau so sollte moderne Fahrradnavigation funktionieren.
Trainingsfunktionen und praktische Extras
Neben der klassischen Navigation bietet der BSC500 zahlreiche Trainingsfunktionen.
Trainingspläne sind direkt integriert und können ohne zusätzliche Software genutzt werden. Im Vergleich zu einigen höher positionierten Modellen sind diese Trainingsprogramme allerdings fest vorgegeben. Individuelle Trainings mit frei definierbaren Intervallen lassen sich nicht erstellen.
Für viele Hobbyfahrer dürfte dies allerdings kaum eine Einschränkung darstellen.

Sehr gelungen sind die vielfältigen Erinnerungsfunktionen. So kann der Fahrradcomputer beispielsweise daran erinnern, regelmäßig zu trinken oder zu essen. Die Intervalle lassen sich flexibel konfigurieren und bieten zahlreiche Anpassungsmöglichkeiten.
iClimb 2.0 im Alltag
Ebenfalls an Bord ist iClimb 2.0.
Sind auf einer geplanten Route längere Anstiege mit mindestens drei Prozent Steigung über eine Distanz von mindestens 500 Metern vorhanden, erstellt der BSC500 eine Übersicht aller relevanten Anstiege. Während der Fahrt werden diese anschließend detailliert dargestellt.
Dadurch lässt sich deutlich besser einschätzen, wie lang und steil ein bevorstehender Anstieg tatsächlich ist.
Mittlerweile existiert zwar auch iClimb 3.0, die Unterschiede fallen in der Praxis jedoch überschaubar aus. Die wichtigste Neuerung besteht darin, dass die Steigungsanzeige parallel zur Kartenansicht dargestellt werden kann. Zudem arbeitet die Darstellung etwas feingranularer (6 statt 5 Stufen).
Auf meiner vergleichsweise flachen Testroute konnten allerdings keine relevanten Unterschiede festgestellt werden.
Ein weiterer Unterschied: Bei iClimb 2.0 wird die Steigungsansicht als eigener Bildschirm dargestellt, während iClimb 3.0 die Anzeige parallel zur Karte ermöglicht. Gerade in bergigen Regionen kann dies durchaus praktisch sein.
Die Besonderheit: Die integrierte Klingel
Ein echtes Alleinstellungsmerkmal des iGPSPORT BSC500* ist die integrierte Klingel.
Dieses Feature findet man aktuell nur bei sehr wenigen Fahrradcomputern. Neben dem BSC500 bieten beispielsweise lediglich Garmins aktuelle High-End-Geräte sowie der Wahoo ELEMNT ACE* eine vergleichbare Funktion.
Ein weiterer Vorteil: Durch die integrierte Klingelfunktion kann bei vielen Fahrrädern auf eine klassische Hardware-Klingel verzichtet werden. Gerade Rennrad- und Gravelbike-Fahrer dürften das begrüßen. Das Cockpit wirkt aufgeräumter, es wird weniger Platz am Lenker benötigt und der insgesamt cleane Look des Fahrrads bleibt erhalten.

Die Klingel kann auf unterschiedliche Weise aktiviert werden:
- Über einen Button auf dem Display
- Per Doppeltipp auf das Display
- Über eine frei belegbare Taste einer Shimano Di2 Schaltung
Im Alltag funktioniert die Klingel überraschend gut. Gerade auf gemeinsamen Radwegen oder in Situationen, in denen andere Verkehrsteilnehmer frühzeitig aufmerksam gemacht werden sollen, ist die Funktion praktisch.

Lediglich die Lautstärke dürfte nach meinem Geschmack etwas höher ausfallen. Die Klingel ist hörbar, könnte in manchen Situationen jedoch etwas mehr Durchsetzungskraft besitzen.
Trotzdem handelt es sich um ein interessantes Feature, das man bei kaum einem anderen Fahrradcomputer findet.
Akkulaufzeit im Test
Für viele Radfahrer ist die Akkulaufzeit ein entscheidendes Kaufkriterium.
Im Test wurden sämtliche Energiesparfunktionen deaktiviert und das Display mit hoher Helligkeit betrieben. Unter diesen Bedingungen sind in der Praxis ungefähr 14 bis 18 Stunden Laufzeit realistisch.
Damit eignet sich der BSC500 problemlos für lange Trainingsfahrten, Tagestouren und die meisten Bikepacking-Etappen.
Natürlich lassen sich mit aktivierten Energiesparfunktionen noch längere Laufzeiten erreichen. Für den Alltag dürfte die im Test erzielte Akkulaufzeit jedoch bereits mehr als ausreichend sein.
Fazit zum iGPSPORT BSC500 Test
Der iGPSPORT BSC500* hinterlässt im Test einen sehr positiven Gesamteindruck.
Die Hardware ist hochwertig verarbeitet, das Display gehört zu den besten Bildschirmen innerhalb des aktuellen iGPSPORT-Portfolios und auch Navigation, Sensoranbindung sowie Software funktionieren zuverlässig. Hinzu kommt die ungewöhnliche Klingelfunktion, die tatsächlich einen praktischen Mehrwert bieten kann.
Natürlich gibt es kleinere Einschränkungen. Wer individuelle Trainingspläne erstellen möchte oder möglichst viele Zusatzfunktionen erwartet, findet in höherpreisigen Geräten noch mehr Möglichkeiten. Für die meisten Radfahrer werden diese Unterschiede jedoch kaum relevant sein.
Viel wichtiger ist, dass die Kernfunktionen überzeugen – und genau das gelingt dem BSC500. Navigation, Trainingsaufzeichnung, Sensorintegration und Bedienung funktionieren zuverlässig und unkompliziert.
Wer einen modernen Fahrradcomputer mit großem Display, zuverlässiger Navigation und umfangreicher Sensorunterstützung sucht, sollte den iGPSPORT BSC500* definitiv auf seine Liste setzen.
Aus meiner Sicht ist der BSC500 aktuell einer der interessantesten Fahrradcomputer von iGPSPORT. Das Gerät bietet viele Funktionen des BiNavi, verzichtet auf einige Spezialfunktionen, kostet dafür aber deutlich weniger. Gleichzeitig überzeugt der Fahrradcomputer mit einem sehr guten Display, einer zuverlässigen Navigation und der ungewöhnlichen Klingelfunktion.
Für die meisten Radfahrer dürfte der iGPSPORT BSC500 aktuell die sinnvollste Wahl innerhalb des iGPSPORT-Portfolios darstellen. Bei Betrachtung des Preises, sollte der Fahrradcomputer bei den meisten somit in der engeren Auswahl liegen.
Häufige Fragen zum iGPSPORT BSC500
Unterstützt der iGPSPORT BSC500 Komoot?
Ja. Routen können problemlos über Komoot synchronisiert und anschließend auf dem Fahrradcomputer genutzt werden.
Kann der BSC500 GPX-Dateien importieren?
Ja. Im Test wurden sowohl GPX-Dateien als auch Komoot-Routen erfolgreich verwendet. Siehe auch hier.
Besitzt der iGPSPORT BSC500 weltweite Karten?
Ja. Weltweite Karten stehen zur Verfügung und können über die iGPSPORT-App aktualisiert werden.
Wie lange hält der Akku des BSC500?
Im Test waren bei hoher Displayhelligkeit und deaktivierten Energiesparfunktionen etwa 14 bis 18 Stunden Laufzeit realistisch.
Unterstützt der BSC500 Leistungsmesser und Di2?
Ja. Im Test funktionierten Powermeter, Trittfrequenzsensoren, Herzfrequenzsensoren sowie eine Shimano Di2 Schaltung problemlos.
Was ist das besondere Feature des BSC500?
Die integrierte Klingel. Dieses Feature findet man aktuell nur bei sehr wenigen Fahrradcomputern und stellt eines der wichtigsten Alleinstellungsmerkmale des BSC500 dar.



