Mit dem BSC200 Pro* bringt iGPSPORT einen neuen Einstiegs-Fahrradcomputer auf den Markt. Das Konzept: einfache Navigation und vielfältig konfigurierbare Anzeigen zu einem aggressiven Preis – die UVP liegt bei 80 Euro. Als direkter Nachfolger ersetzt das Gerät den bisherigen BSC200S*.
Damit stellen sich zwei Fragen: Ist der BSC200 Pro ein würdiger Nachfolger? Und funktioniert der Fahrradcomputer in der Praxis so, wie es sich Anwender im Einstiegssegment wünschen? Genau das soll dieser Test klären.
Getestet wurde der BSC200 Pro über einen Zeitraum von gut sechs Wochen im regulären Training. Wichtig zu wissen: Da der Test vor dem offiziellen Marktstart stattfand, lief eine Pre-Release-Firmware. Im Fokus standen das Display, die Navigation, die Konnektivität mit Sensoren sowie die Akkulaufzeit.
Lieferumfang
Der Lieferumfang fällt typisch reduziert aus – ein Vorgehen, das in der heutigen Zeit in dieser Preisklasse völlig normal ist.
Neben dem Fahrradcomputer befinden sich eine einfache Fahrradhalterung sowie das übliche Beiblatt in der Verpackung. Mehr braucht es zum sofortigen Start aber auch nicht: Halterung montieren, Gerät mit der App koppeln, losfahren.
Design, Verarbeitung und Bedienung
Anders als die teureren Geschwister setzt der BSC200 Pro* komplett auf Kunststoff – einschließlich der drei Knöpfe. Das hört sich auf dem Papier nach Abstrichen an, entpuppt sich in der Hand aber als positiv überraschend: Das Gerät fühlt sich wertig an, und die Verarbeitung lässt keinerlei Beanstandungen erkennen. Bedient wird der Fahrradcomputer im wesentlichen über den Touchscreen und zudem über die drei Knöpfe.
Verbaut ist auf der Rückseite der typische Anschluss für die gängigen Halter für Fahrradcomputer.

Im Testzeitraum traten keine sichtbaren Mängel oder Verarbeitungsprobleme auf. Für einen 80-Euro-Fahrradcomputer ist das durchaus bemerkenswert und zeigt, dass iGPSPORT auch im Einstiegssegment nicht an der Haptik spart.
Display im Alltag
Das Display misst 3,0 Zoll und bietet eine Auflösung von 240 × 320 Pixeln. Das ist im Vergleich eine moderate Auflösung – ausreichend für die klare Darstellung von Datenfeldern und Navigationshinweisen, aber weit entfernt von der Schärfe teurerer Geräte. Da der BSC200 Pro ohnehin ohne Kartenansicht arbeitet, fällt die Auflösung in der Praxis deutlich weniger ins Gewicht, als die reinen Zahlen vermuten lassen.

Die Helligkeit ist grundsätzlich ausreichend. Wer den direkten Vergleich kennt, wird allerdings merken: An das Niveau von BSC500 oder BiNavi Ultra reicht das Display nicht heran. Für die Zielgruppe – Fahrer, die vor allem Zahlen und Pfeile ablesen wollen – reicht die Ausleuchtung im Alltag jedoch gut aus.
Einrichtung und Konfiguration
Die Kopplung läuft gewohnt einfach über die iGPSPORT-App. Das Gerät wird dort direkt gefunden, die Einstellungsmöglichkeiten lassen sich konfigurieren und synchronisieren sich anschließend automatisch mit dem Fahrradcomputer.
Eine der Stärken des BSC200 Pro* ist dabei die Flexibilität der Datenanzeige: Viele verschiedene Messwerte lassen sich individuell so darstellen, wie es der Anwender wünscht. Wer beispielsweise Herzfrequenz und Trittfrequenz prominent sehen will, ordnet sie entsprechend an – die App übernimmt die Konfiguration auf Wunsch mit einem Klick.

Auch einige Trainingsfunktionen sind vorhanden. So lassen sich beispielsweise Timer einrichten, die je nach Ereignis ausgelöst werden. Das erweitert die praktischen Einsatzmöglichkeiten deutlich über eine reine Fahrtenaufzeichnung hinaus.
Funktionsumfang im Praxiseinsatz
An dieser Stelle zeigt sich deutlich, dass der BSC200 Pro* als Einstiegsmodell positioniert ist. Funktionen wie iClimb für Steigungsanzeigen, eine integrierte Klingel, die automatische FTP-Berechnung oder auch eine Kartenansicht sucht man hier vergeblich. Diese Features bleiben den größeren Modellen wie dem BSC500 und dem BiNavi (Ultra) vorbehalten.

Was der BSC200 Pro stattdessen bietet, ist für viele Anwender im Einstiegssegment völlig ausreichend: umfangreiche Datenanzeigen, eine einfache Navigation ohne Kartendarstellung sowie die Möglichkeit der Anbindung verschiedener Sensoren. All das funktioniert im Test wie erwartet – und das über den gesamten sechswöchigen Zeitraum ohne nennenswerte Probleme.

Für Fahrer, die einen kompakten Computer für die Trainingsaufzeichnung, gelegentliche Navigation und den Anschluss an Bluetooth-Sensoren suchen, liefert der BSC200 Pro ein solides Fundament. Wer dagegen auf Klingel, Karten oder Steigungsansichten angewiesen ist, sollte eher in die Kategorie darüber schauen.
Akkulaufzeit im Test
Im Test wurden sämtliche Energiesparfunktionen deaktiviert, um einen realistischen Wert unter normalen Bedingungen zu erhalten. Der Verbrauch lag dabei bei ungefähr 5 bis 6 Prozent Akkuladung pro Trainingsstunde.
Hochgerechnet lassen sich damit realistisch 17 bis 20 Stunden Betrieb erwarten – genug für ausgedehnte Tagestouren oder mehrere Trainingseinheiten zwischen zwei Ladevorgängen. Für das Einstiegssegment ist das ein ordentliches Ergebnis. Ob und wie stark aktivierte Energiesparoptionen die Laufzeit noch weiter verlängern, wurde im Test nicht gezielt gemessen.
iGPSPORT BSC200 Pro vs. BSC200S: Die wichtigsten Unterschiede
Da der BSC200 Pro* den bisherigen BSC200S* ablöst, ist der direkte Vergleich mit dem Vorgänger besonders spannend. Die nachfolgende Übersicht fasst die wesentlichen Unterschiede zusammen.
Der wichtigste Vorteil liegt auf der Hand: Das deutlich größere Display erlaubt zehn statt acht Datenfelder pro Seite. Für Fahrer, die viele Messwerte gleichzeitig im Blick haben wollen – etwa Leistung, Herzfrequenz, Trittfrequenz und Geschwindigkeit – ist das ein echter Mehrwert.
Gezahlt wird dafür allerdings bei den Funktionen: Der BSC200 Pro verliert gegenüber dem nun auslaufenden BSC200S die Unterstützung für Shimano Di2 Buttons und eBikes Integration – und greift ausschließlich auf Bluetooth zurück, während der Vorgänger zusätzlich ANT+ unterstützte. Wer somit plant diese anzubinden, sollte auf diese Einschränkung achten.
Für die Mehrheit der Einsteiger und Hobbyfahrer dürften diese Punkte in der Praxis kaum relevant sein. Wer dagegen genau diese Anschlüsse benötigt, für den ist der BSC200S* noch immer die flexiblere Option – solange er lieferbar ist.
Fazit zum iGPSPORT BSC200 Pro Test
Ein BSC200S* in groß und mit mehr Funktionen? Nicht ganz. Der wesentliche Schritt beim BSC200 Pro* ist das deutlich größere Display – und die damit verbundene Möglichkeit, mehr Datenfelder gleichzeitig darzustellen. Dreht man den Blick auf die Funktionsliste, muss man dafür allerdings Abstriche hinnehmen: Di2 Buttons und eBike-Support sowie ANT+ sind nicht Teil des Pakets.
In der Praxis ist das für die angesprochene Zielgruppe selten ein Problem. Wer mit diesen Einschränkungen zurecht kommt, bekommt hier einen Fahrradcomputer, der in allen relevanten Kernbereichen zuverlässig funktioniert. Die Verarbeitung ist für die Preisklasse sehr ordentlich, die Einrichtung unkompliziert, und der Akku hält für Tagestouren locker durch.
Insgesamt ist der BSC200 Pro* für rund 80 Euro eine klare Empfehlung für Einsteiger und preisbewusste Hobbyfahrer, die einen soliden Alltagsbegleiter für Training und gelegentliche Navigation suchen – und dabei größere Datenanzeige gegenüber dem Vorgänger schätzen, ohne auf erweiterte Sonderfunktionen zu verzichten, die sie ohnehin nicht genutzt hätten.
Häufige Fragen zum iGPSPORT BSC200 Pro
Wie viel kostet der iGPSPORT BSC200 Pro?
Die UVP liegt bei 80 Euro. Damit positioniert sich das Gerät klar im Einstiegssegment.
Wie lange hält der Akku des BSC200 Pro?
Im Test wurden bei deaktivierten Energiesparoptionen ungefähr 5 bis 6 Prozent Akku pro Trainingsstunde verbraucht. Realistisch sind damit 17 bis 20 Stunden Betrieb.
Hat der BSC200 Pro eine Kartenansicht?
Nein. Der BSC200 Pro bietet eine einfache Navigation ohne Kartenansicht. Eine vollwertige Kartenansicht bleibt Modellen wie dem BSC500, dem BiNavi und dem BiNavi Ultra vorbehalten.
Unterstützt der BSC200 Pro ANT+?
Nein. Der BSC200 Pro greift ausschließlich auf Bluetooth zurück. Wer ANT+-Sensoren nutzt, sollte das vor der Kaufentscheidung beachten.
Lohnt sich der BSC200 Pro gegenüber dem BSC200S?
Das hängt von den eigenen Ansprüchen ab. Größerer Bildschirm mit mehr Datenfeldern sprechen für den Pro. Wer dagegen Di2 Buttons oder eBike-Support sowie ANT+ benötigt, für den bleibt der auslaufende BSC200S* die flexiblere Wahl.










